Schwerkleinwagen Klv 53

Kaum ist Öl drin, schon funktioniert der Kran. Bild: Sebastian, Rezek

Seit 2018 können wir ein KLV53 unser eigen nennen. Das privat finanzierte Gefährt war bis dorthin bei der Regensburger Hafenbahn im Einsatz und sollte eigentlich eine komplette Revision bekommen. Nachdem festgestellt wurde, dass eine Aufbereitung und Überholung zu teuer werden würde, wartete das gelbe Fahrzeug auf die Verschrottung. Als unsere Freunde der RSWE e.V. davon Wind bekommen hatten welches Schiksal das KLV ereilen sollte, haben wir die nötigen Infos zum Ansprechpartner bekommen und konnten die Baumaschine erwerben und somit vor dem Schneidbrenner bewahren. Ausgestattet ist das Fahrzeug mit einem Kran der Firma ATLAS in der Ausführung 3006DB. Ein V6 Diesel der Firma Deutz mit einer Leistung von 150PS und 525Nm treibt das KLV an. Gefahren wird es mit einer einem Unimog ähnlichen Schaltung, ein Wählhebel für Vorwärts und Rückwärts sowie eine 5 Gang-Schaltung. Der Schwerkleinwagen ist eine absolute Bereicherung für unseren Verein, da wir ihn für Gleisarbeiten gut nutzen können. Aber auch aus historischer Sicht passt das KLV sehr gut nach Amberg, denn fest steht das zu Zeiten solange es noch die Bahnmeisterei bzw. später deren Schwandorfer Außenstelle in Amberg gab, immer ein KLV – zuletzt eben unserer Baureihe 53 – in Amberg stationiert war.

Bildquelle: unbekannt

Nun galt es also das Fahrzeug wieder Instand zu setzen und fahrbereit zu bekommen. Das war mit viel Aufwand verbunden, denn das KLV war bereits sämtlicher Betribsstoffe entledigt. Auch der Führerstand wurde vom Chassis abgehoben und somit alle elektischen Leitungen durchtrennt. Diese waren zum Glück nummeriert und konnten so von unserem Elektriker Sebastian Rezek recht einfach zusammengesetzt werden. Ebenfalls hatten wir einen Berg an Einzelteilen die demontiert wurden, so zum Beispiel die Abgasanlage, die Ansaugung nebst Luftfiltergehäusen, das Signalhorn, der Luftpresser und vieles mehr. Nachdem der Luftpresser durch Thomas Mattusch (RSWE e.V.) eine Revision erhielt konnten wir diesen mitsamt neuem Keilriemen einbauen. Die Firma SG Kfz-Werkstatt GmbH hat uns dankenswerter Weise bei der Reinigung der Einspritzdüsen unterstützt und auch das fehlende Hydrauliköl konnten wir dort beziehen. Die Firma Hinz Nutzfahrzeuge sponserte uns einen Zweischalengreifer und schweißte uns dafür eine Aufnahme nach Konstruktion von Peter Rezek. Durch Ihn wurden ebenfalls die Beleuchtungsstative funktionsfähig restauriert. Eine komplett neue Beplankung mit wetterfestem Holz wurde durch Matthias Gruschwitz beschafft und in mühevoller Arbeit passgenau zurecht gesägt. Eine sehr unschöne Arbeit war es die Differentiale und das Getriebe wieder mit Öl zu füllen, denn diese waren ebenfalls abgelassen. Ohne eine Grube in der man arbeiten kann, blieb nur die Möglichkeit sich unter das Fahrzeug zu legen und mühevoll, Centiliter für Centiliter den Antriebsstrang mit Öl zu befüllen. Schlussendlich war nach vielen Arbeitsstunden das KLV wieder zusammengesetzt. Der erste Test stand also an, aber ob der Motor anspringen wird, nachdem er von Leihen zusammengesetzt wurde, das wusste keiner. Die Leitungen wurden durch die eingebauten Handpumpen gefüllt, der Kraftstoff stand an, der Motor wurde vorgeglüht. Und tatsächlich, nach einigen Umdrehungen des Anlassers sprang der Motor an. Es dauerte zwar eine weile bis er auch an blieb, da die Leitungen scheinbar noch nicht gänzlich gefüllt waren, aber er lief. Getriebe auf Vorwärts, ersten Gang einlegen und die Kuplung langsam kommen lassen und dann… Es rollt, das KLV rollt aus eigener Kraft über unsere Gleisanlage. Ein tolles Gefühl ein dem Schrottplatz zugesprochenes Fahrzeug mit einer super Mannschaft instand zu setzen und zu bewegen.

Ein paar Kleinigkeiten gibt es dennoch zu tun, so fehlen z.B. noch die Hydraulikschläuche für den Zweischalengreifer sowie der Wiedereinbau einer Ladeerhaltung.

Die ersten Versuche an der Steuerung. Bild: Peter, Rezek
Schumi, unser Kranführer. Bild: Sebastian, Rezek
Anschlag umschalten damit man den Kran in Gegenrichtung drehen kann. Bild: Sebastian, Rezek