Vor dem Schneidbrenner bewahrt…

Dem Verein der Amberger Kaolinbahn e.V. ist es in einer sprichwörtlichen „Notaktion“ gelungen, für seine im Aufbau befindliche, museale Eisenbahnsammlung zu erweitern. Von der Firma Läpple in Teublitz, welche auf Teilen des ehemaligen Maxhütte-Geländes in Haidhof ansässig ist wurde eine für „Eisenbahnverrückte“ eine gute Tat vollbracht: ein Eisenbahnwaggon vor dem Schneidbrenner zu bewahren.

Die Aktiven des Vereins erhielten durch einen aufmerksamen Mitarbeiter den Tipp, dass sich auf dem Gelände noch ein offener Güterwaggon in Stahlbauweise befindet. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Mittelbordwaggon aus dem Baujahr 1937 noch ohne Druckluftbremse – ein technisch rares Fahrzeug und daher durchaus museal erhaltungswürdig aus heutiger Sicht.
Dieser Waggon wurde seinerzeit von der Maxhütte in Haidhof im internen Werksverkehr eingesetzt und war auf dem Gelände seit 1988 kaum mehr genutzt in jahrelangem Dornröschenschlaf vergessen. Nun sollte dieser Waggon aus Platzgründen entsorgt werden.
Aber was tun, um ein derartiges Gefährt welches immerhin 9 Tonnen auf die Waage bringt, kurzfristig noch zu bergen? In einer nur wenige Tage planbaren Eilaktion ist es den Aktiven des Vereins in Zusammenarbeit mit der Fa. Läpple gelungen, den Waggon kostenlos übernehmen zu können und mittels einem zufällig vor Ort befindlichen Kranwagen auf einen LKW mit großer Ladefläche zum Transport nach Amberg aufzuladen.
Dieser LKW konnte dankenswerter Weise spontan durch die Firma Baumaschineverleih Schmid aus Amberg von Herrn Schmid persönlich unterstützt, zur Verfügung gestellt werden – und so konnte die historische Fuhre auf das ehemalige Betriebswerksgelände nach Amberg gebracht werden.
Ein bei der Firma Englhard bestellter Kranwagen hob dann den Waggon wieder in ein Gleis auf dem Betriebswerksgelände in Amberg wo er nun der musealen Aufarbeitung durch die Vereinsaktiven harrt.
Dank der großartigen Unterstützung durch die Fa. Schmid sowie in Zusammenarbeit mit den weiteren beteiligten Firmen ist es den „Verrückten“ von der AKB in einer sicher nicht alltäglichen Aktion trotz erheblicher organisatorischer Verrenkungen in der Kürze der Zeit wieder einmal gelungen, ein weiteres technisches Kleinod der Schienenwelt mit Oberpfälzer Bezug für die Nachwelt zu erhalten.

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